Leitbild

des Vereins der Spielgruppe „Villa Kunterbunt“

Quellen: Schweiz. Spielgruppenleiterinnen-Verband / Alfred Adler Institut

Was ist eine Spielgruppe?

Eine konstante Gruppe von ca. 8 bis 12 Kindern ab ca. 2 1/2  Jahren bis zum Kindergarteneintritt, die sich regel-mässig zum Spielen trifft. Ein- bis mehrmals wöchentlich werden die Kinder während drei Stunden durch eine ausgebildete Spielgruppenleiterin betreut.

Eine Spielgruppe versteht sich als Familien ergänzendes Angebot mit einem pädagogischen Auftrag und nicht als Betreuungsort während der Abwesenheit der Eltern (wie z.B. Krippe, Hort). Sie ist im Gegensatz zum Kindergarten auch keine frühe Vorbereitung auf die Schule. Die Spielgruppe orientiert sich an den altersgemässen Bedürfnissen des Kindes und an seinem Entwicklungsstand.

Was lernt das Kind in der Spielgruppe?

Für das Vorschulkind steht das Spiel im Zentrum. Sein Leben ist Spiel, das heisst, es lernt durchs selbst gewählte Spielen, alleine oder mit anderen Kindern. Es ist entdeckungsfreudig und macht dabei ständig neue Erfahrungen. Der überschaubare Rahmen der Spielgruppe ermöglicht dem Kind, das soziale Erfahrungsfeld auszuweiten. Das Kind lernt, seinen eigenen Platz in einer Gruppe zu finden. Sich zu behaupten, Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren, einander zu helfen, aufeinander zu hören, aber auch Streiten und wieder Frieden schliessen sind Bestandteile des Spielgruppenlebens. Durch die altersgemischte Gruppe lernen die einzelnen Kinder auf sich und andere zu achten.

In der Spielgruppe wird gespielt, mit verschiedenen Materialien gewerkt, gesungen, gemalt, geknetet, musiziert, gelärmt, Geschichten erzählt, usw. Spielerisches Erleben, kreatives und gemeinsames Tun stehen im Zentrum aller Aktivitäten und nicht die Herstellung von Bastelprodukten.

Im Wald bauen die Kinder über das unmittelbare Erleben eine liebevolle Beziehung zur Natur auf, entdecken und beobachten die Umwelt und erleben die Jahreszeiten intensiv mit. Sie können ihren natürlichen Bewegungsdrang ohne Türen und Wände ausleben. Phantasie und Kreativität werden durch die Vielseitigkeit der Natur angeregt und gefördert.

Die altersgemässen Bedürfnisse berücksichtigen heisst, dass die Angebote im spielerischen, wie auch im kreativen Bereich freiwillig sind. Das Kind erhält auf diese Weise die Möglichkeit, sich auch zurückzuziehen, zu beobachten, seinen eigenen Rhythmus zu leben und auf seine Art am Geschehen teilzunehmen. Die Spielgruppe verzichtet daher auf einen Spiel- und Lehrplan. Das Kind bestimmt seine Aktivitäten zu einem grossen Teil selbst. Die Leiterin bietet dazu einen grossen Freiraum und klare Grenzen.

Was bieten Spielgruppen dem Kind?

  • Es lernt Regeln und Rituale in einer Gruppe kennen.
  • Es bekommt Freiraum zum Spielen und Experimentieren.
  • Es erhält ein Übungsfeld für soziales Verhalten.
  • Es erweitert die Lern- und Verhaltensformen in Ergänzung zur Kleinfamilie.
  • Es lernt, sich in eine Gruppe von Gleichaltrigen zu integrieren.
  • Es bewegt sich in einer Kind gerechten Umgebung.
  • Es hat die Möglichkeit, seine Kreativität zu entfalten.
  • Es wird unterstützt im Ablösungsprozess von den Eltern.
  • Fremdsprachige Kinder werden früh integriert.


Was bieten Spielgruppen den Eltern?

  • Sie lernen andere Eltern gleichaltriger Kinder kennen.
  • Sie werden unterstützt im Ablöseprozess vom Kind.
  • Sie werden von Betreuungsaufgaben entlastet.
  • Sie erhalten Unterstützung und Anregungen in Erziehungsfragen.
  • Sie lernen evtl. neue Seiten ihres Kindes kennen.


Es gibt zwei Dinge,

die wir unseren Kindern mitgeben sollten:

Wurzeln und Flügel.

J.W. Goethe


Was ein Kind lernt

Ein Kind, das wir ermutigen,

lernt Selbstvertrauen.

Ein Kind, dem wir mit Toleranz

begegnen, lernt Offenheit.

Ein Kind, das Aufrichtigkeit

erlebt, lernt Achtung.

Ein Kind, dem wir Zuneigung

schenken, lernt Freundschaft.

Ein Kind, dem wir Geborgenheit

geben, lernt Vertrauen.

Ein Kind, das geliebt und umarmt wird,

lernt, zu lieben und zu umarmen und

die Liebe dieser Welt zu empfangen.


Spielgruppenleiterin

Die Spielgruppenleiterin ist für viele Kinder die erste feste Bezugsperson ausserhalb der Familie. Deshalb ist das Begleiten von drei- bis fünfjährigen Kindern eine Aufgabe, die hohe Anforderungen an eine Leiterin stellt und viel Geduld, Toleranz und Einfühlungsvermögen erfordert. Eine gute Ausbildung bereitet auf die verantwortungsvolle Tätigkeit vor; Weiterbildung und regelmässiger Erfahrungsaustausch mit anderen Spielgruppenleiterinnen stellen eine hohe Qualität der Arbeit sicher.

Berufsanforderungen

Das Wichtigste in der Spielgruppe ist die Beziehung zu und unter den Kindern und weniger das Vermitteln eines Stoffes. Darum braucht es eine offene Haltung der Leiterin, die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die  Kinder und Eltern einzufühlen, Zuneigung, Echtheit, Toleranz und Geduld. Sie soll einfühlsam mit den Kindern umgehen und sie begleiten, ohne selbst aktiv das Spielgeschehen zu bestimmen. Dadurch gibt sie  den Kindern Sicherheit, so dass diese selbst aktiv werden können. Kleine Kinder sind sehr spontan. Die Leiterin muss die Fähigkeit haben, auf die wechselnden Bedürfnisse flexibel zu reagieren.

Daneben braucht die Spielgruppenleiterin eine gute Beobachtungsgabe, um individuelle und Gruppen-prozesse wahrzunehmen. Dies bedingt die Bereitschaft, ihre Arbeitsweise und persönliche Haltung immer wieder mit anderen zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln.

Die Spielgruppenleiterin ist offen und kontaktfreudig und hat die Fähigkeit, sich mit den Eltern auszutauschen. Zum Leiten einer Spielgruppe braucht es eine selbständige, belastbare und konfliktfähige Persönlichkeit.

Die Spielgruppenleiterin organisiert den Aufbau der Spielgruppe, das Einrichten des Raumes und die administrativen Arbeiten. Sie erstellt den Rahmen, innerhalb dem Kinder und Eltern neue Kontakte und Erfahrungen machen können. Sie bespricht mit Eltern Erziehungsfragen und sensibilisiert für die Bedürfnisse des Vorschulkindes.

Berufsausbildung

Alle Leiterinnen der Spielgruppe „Villa Kunterbunt“ haben eine qualitativ hochstehende Ausbildung absolviert. Regelmässige Weiterbildungen und Hospitationen sind Pflicht.


Wichtige Elterninformationen (von A-Z)

Anmeldung

Die Anmeldung muss schriftlich erfolgen und ist verbindlich. Mit der Anmeldung wird ein Reservationsbetrag fällig. Bei frühzeitigem Austritt muss der vollständige Jahresbeitrag entrichtet werden. Ausnahmen nur nach Absprache mit dem Leiterinnenteam.

Ausfall der Spielgruppe

Fällt die Spielgruppe aufgrund von Krankheit oder Unfall der Leiterin aus, organisiert sie einen Ersatz, sofern der Ausfall länger als zwei aufeinander folgende Spielgruppenhalbtage dauert. Für Ausfälle (Krankheit der Spielgruppenleiterin, zu extreme Witterungsverhältnisse für die Waldspielgruppe etc.) werden keine Elternbeiträge zurückerstattet.

Elternbeiträge

Die Elternbeiträge werden jeweils den laufenden Kosten angepasst und folgendermassen verwendet:

  • Löhne
  • AHV/ALV/Verwaltungskosten
  • Versicherungsbeiträge
  • Materialaufwendungen (Verbrauchsmaterial, Geschenke, Ausflüge etc.)
  • Reserven für spezielle Aufwendungen


Ferien

Wir halten uns grundsätzlich an die Ferienregelung der Schule Ebikon. Ausnahme: Spielgruppenbeginn ist zwei Wochen nach Schulbeginn und Spielgruppenende ist Ende Juni.

Verschiebung von Spielgruppenhalbtagen

Wir Leiterinnen behalten uns vor, festgelegte Spielgruppenhalbtage zu verschieben z.B.: Für gemeinsame Anlässe wie Abschiedsbrunch, Reisli usw.

Versicherung

Die Unfall- und Privathaftpflichtversicherung für die Kinder ist Sache der Eltern.